Giardien: Eine hartnäckige Plage!
Giardien sind winzige Einzeller, die im Dünndarm von Hund und Katze leben können. Viele Tiere infizieren sich irgendwann im Leben, besonders häufig Welpen, Jungtiere oder Tiere mit geschwächtem Immunsystem. Typisch ist ein übelriechender Durchfall, der schleimig oder schaumig sein kann. Manchmal kommt er in Schüben, sodass zwischendurch alles wieder normal wirkt. Einige Tiere sind dabei erstaunlich munter, andere verlieren Gewicht, haben Bauchgrummeln oder wirken insgesamt weniger belastbar.
Das Gemeine an Giardien ist weniger die einzelne Episode, sondern die leichte Weitergabe. Die Erreger werden über den Kot als sogenannte Zysten ausgeschieden. Diese Zysten sind sehr widerstandsfähig und können in der Umwelt lange überleben, in manchen Fällen bis zu drei Monate. Übertragen werden die Giardien so nicht nur direkt von Tier zu Tier, sondern auch über alles, was mit Kot in Kontakt kommt: Pfoten, Fell, Näpfe, Spielzeug, Schlafplätze und Katzenklos. Gerade in Haushalten mit mehreren Tieren oder in Gruppenhaltung reicht eine kleine Unachtsamkeit, und der Kreislauf beginnt von vorne.
Die Behandlung besteht aus einem wirksamen Medikament und aus Hygiene. Wichtig ist, dass die Gabe konsequent erfolgt. Gleichzeitig ist auch Fellpflege wichtig, weil Zysten im Fell haften können und Ihr Tier sich beim Putzen wieder ansteckt. Bei Hunden kann es zum Beispiel während der Behandlung sinnvoll sein, mehrfach gründlich zu shampoonieren und unter fließendem Wasser abzuduschen, besonders gegen Ende der Therapie, um möglichst viele Zysten aus dem Fell zu entfernen.
Der zweite große Baustein ist die häusliche Umgebung. Alles, was regelmäßig Kontakt zum Tier hat, sollte möglichst heiß gereinigt werden. Decken, Kissenbezüge und Spielzeuge gehören, wenn möglich, in die Wäsche bei mindestens 60 Grad. Näpfe lassen sich gut mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen, viele auch in der Spülmaschine. Katzenklos sollten konsequent sauber gehalten werden, inklusive gründlicher Reinigung der Schale. Draußen gilt: Kot bitte sofort einsammeln und in geschlossenen Beuteln entsorgen. Hunde sollten während der Behandlung möglichst nicht in den Garten gelassen werden, weil Flächen mit Kotkontakt als kontaminiert gelten können und Zysten dort lange überdauern können.
Auch nach erfolgreicher Behandlung können Tests noch über längere Zeit positiv ausfallen, weil auch tote Erregerstadien nachweisbar sein können. Wenn der Durchfall vorbei ist, Ihr Tier normal frisst und insgesamt wieder stabil ist, ist nicht automatisch sofort eine Kontrollprobe nötig. Wenn Symptome bleiben oder wiederkommen, ist eine Sammelkotprobe über drei Tage sinnvoll, weil Giardien nicht in jeder Kotportion gleichmäßig nachweisbar sind.
Giardien gelten als Zoonose, das heißt Menschen können sich grundsätzlich anstecken. In der Praxis passiert das eher selten, aber besonders Haushalte mit kleinen Kindern oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten vorsichtig sein.


