Vergiftungen im Alltag

18/05/2026

Pflanzen, Medikamente oder Reinigungsmittel, Cannabis und Tabak: Vieles, was für uns alltäglich ist, kann für Tiere gefährlich werden. Im Ernstfall zählt nicht das Abwarten, sondern eine schnelle Einschätzung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Vergiftungen passieren oft unbemerkt im normalen Tagesablauf. Ein Hund findet Schokolade in einer Tasche, eine Katze leckt an einem Rest von Reinigungsmittel, ein Kaninchen knabbert an einer Pflanze oder verschluckt etwas, das auf den Boden gefallen ist. Gerade jetzt im Frühjahr steigt das Risiko, wenn potentiell giftige Stoffe in Reichweite von Tieren sind, im Garten neu gepflanzt wird und Haus, Balkon oder Garten wieder intensiver genutzt werden. Zu den häufigsten Gefahren zählen Schokolade, zuckerfreie Kaugummis (Xylit!), bestimmte Pflanzen, Reinigungsmittel und Medikamente sowie Genussmittel wie Nikotin, Cannabis und Alkohol.

Wichtig ist, dass Beschwerden nicht immer sofort dramatisch aussehen. Erste Anzeichen können Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln, Unruhe, Hecheln, Zittern, Schwäche oder ein unsicherer Gang sein. Auch wenn die Symptome zunächst mild wirken, sollte man bei einem Verdacht nicht abwarten. Eine Eigendiagnose ist nicht sinnvoll, weil Art und Menge des aufgenommenen Stoffes, das Gewicht des Tieres und der zeitliche Abstand eine wichtige Rolle spielen.

Leider gibt es in der Tiermedizin keinen Giftnotruf oder eine Giftzentrale, so wie in der Humanmedizin. Auf dieser Seite finden Sie viele hilfreiche Informationen zu chemischen und pflanzlichen Giften sowie zu giftigen Garten und Wildpflanzen.

Für Schokolade gibt es im Internet viele sogenannte “Schokoladenrechner”, die eine grobe Orientierung geben können. Sie ersetzen aber keine tierärztliche Einschätzung!

Bei akuten Symptomen oder begründetem Verdacht wenden sie sich deswegen bitte immer direkt an unsere Praxis oder an ihre nächstgelegene Tierklinik (Adressen auch hier)

Hilfreich ist, wenn Sie sagen können, was gefressen wurde, welche Menge, wann es passiert ist und wie es Ihrem Tier gerade geht. Wenn möglich, halten Sie die Verpackung oder ein Foto davon bereit.

Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie uns lieber einmal zu früh als zu spät an. So können wir gemeinsam einschätzen, was als Nächstes zu tun ist.